ESG, VSG 55.2, 66.2 oder 88.2 – was bedeutet das eigentlich?

Viele Kunden sehen in Angeboten erstmal nur Begriffe wie:
ESG 8 mm VSG 55.2 VSG 66.2 VSG 88.2
Und ehrlich gesagt:
Die meisten wissen zunächst gar nicht, was genau dahinter steckt.
Verständlich.
Von außen sieht vieles erstmal einfach nach „Glas“ aus.
In der Praxis gibt es aber deutliche Unterschiede – vor allem bei:
– Akustik – Stabilität – Sicherheitsverhalten – Gewicht – und der gesamten Wirkung der Anlage im Alltag
Deshalb hier eine einfache Erklärung.
Was ist ESG?
ESG bedeutet Einscheibensicherheitsglas.
Dabei wird eine einzelne Glasscheibe thermisch gehärtet.
Das Glas wird auf hohe Temperaturen erhitzt und anschließend sehr schnell wieder abgekühlt.
Dadurch entstehen Spannungen im Glas, die es widerstandsfähiger machen.
Wenn ESG bricht, zerfällt es in viele kleine Stücke.
Deshalb wird ESG sehr häufig bei Glastüren verwendet.
Zum Beispiel:
ESG 8 mm ESG 10 mm
Die Zahl beschreibt einfach die Glasdicke.
Viele einfache Glastrennwände bestehen komplett aus ESG – teilweise nur mit 8 mm Glas.
Das funktioniert grundsätzlich auch.
Man merkt in der Praxis aber oft relativ schnell Unterschiede bei:
– Stabilität – Schwingungsverhalten – und vor allem bei der Akustik
Gerade im Bürobereich machen ein paar Millimeter mehr Glasdicke oft bereits einen spürbaren Unterschied.
Was ist VSG?
VSG bedeutet Verbundsicherheitsglas.
Hier werden zwei Glasscheiben mit einer speziellen Folie dauerhaft miteinander verbunden.
Zum Beispiel:
VSG 55.2 meist: 2 x 5 mm Glas + Folie
VSG 66.2 meist: 2 x 6 mm Glas + Folie
Bei VSG ist das Bruchverhalten anders als bei ESG.
Die Folie hält die Glasscheiben zusammen.
Das Glas kann zwar reißen oder brechen – bleibt aber meist in seiner Form und zerfällt nicht sofort in viele kleine Teile wie klassisches ESG.
Je nach Aufbau kommen auch spezielle Akustikfolien zum Einsatz.
Diese können Schwingungen zusätzlich reduzieren und die Schalldämmung verbessern.
Gerade bei Büro-Glastrennwänden spielt das oft eine deutlich größere Rolle, als viele zuerst denken.
Was bedeutet „VSG aus ESG“?
Hier werden zwei ESG-Scheiben zu einem VSG aufgebaut.
Dadurch kombiniert man:
– die Eigenschaften von ESG – mit dem Verbundaufbau eines VSG
Solche Aufbauten werden häufig eingesetzt, wenn höhere Anforderungen an Akustik, Stabilität oder Sicherheit bestehen.
Und was bedeuten 66.4 oder 88.2?
Die erste Zahl beschreibt vereinfacht gesagt die Glasdicke.
Die letzte Zahl beschreibt den Folienaufbau zwischen den Scheiben.
Mehr Aufbau bedeutet meist auch:
– höheres Gewicht – andere akustische Eigenschaften – mehr Aufwand bei Transport und Montage
Gerade bei hochwertigen zweischaligen Glastrennwänden werden häufig VSG-Aufbauten auf beiden Seiten verwendet, um die Akustik des gesamten Systems zu verbessern.
Nicht nur transparentes Glas
Viele denken bei Glastrennwänden automatisch an komplett klares Glas.
Dabei gibt es heute deutlich mehr Möglichkeiten.
Zum Beispiel:
– Milchglas – satinierte Flächen – graues oder bronzefarbenes Glas – dunklere ESG-Varianten – oder farbige Folien im VSG-Aufbau
Gerade bei VSG kann die Folie zwischen den Scheiben nicht nur transparent, sondern auch farbig ausgeführt werden.
Dadurch lassen sich Optik, Privatsphäre und Design sehr individuell anpassen.
Wichtig ist aber:
Nicht nur das Glas entscheidet über die Schalldämmung.
Auch Türen, Dichtungen, Anschlüsse, Deckenaufbau und die gesamte Montage spielen eine große Rolle.
Was ist also „das richtige Glas“?
Das hängt immer vom Projekt ab.
Für manche Bereiche reicht ESG vollkommen aus.
Sobald aber Themen wie:
– Akustik – diskretere Besprechungsräume – konzentriertes Arbeiten – Kanzleien – Praxisräume – oder hochwertigere Büroflächen
wichtiger werden, spielt auch der Glasaufbau eine deutlich größere Rolle.
Und genau deshalb lohnt es sich, bei Angeboten nicht nur auf den Preis zu schauen – sondern auch darauf, welches Glas überhaupt angeboten wird.
Weitere Informationen und Praxisbeispiele: https://studio30.de
